Graz - Genf - Annecy - Grenoble - Vizille

 

Graz - Genf - Annecy - Grenoble - Vizille 73 km 350 hm
Graz - Genf Zug: 22.00 - 11.00  
Genf - Annecy Rad: 11.15 - 15.05 50 km 350 hm
Annecy - Grenoble Zug: 16.00 - 17.30  
Grenoble - Vizille Rad: 18.00 - 19.30 23,06 km 0 hm

 

Am Sonntag gegen 22 Uhr ging es los. Nachdem unsere als übermäßige Laptops deklarierten Fahrräder im Zug verstaut waren hofften wir auf eine angenehme Fahrt. Allerdings war der Nachtzug von Graz nach Zürich entgegen den Erwartungen wegen dem Grad Prix Wochenende voll besetzt und es war nicht möglich ein gemütliches Abteil zu bekommen geschweige denn ein wenig zu schlafen. Nach 10 langen Stunden kamen wir in Zürich an und mussten in den Zug nach Genf (Geneve) umsteigen. Dort bot sich uns das gleiche Bild nur dass der Schaffner mehr Verständnis für uns Radfahrer zeigte und wir unsere Räder noch im Zug aus der Schachteln befreien und mit dem Zusammenbau beginnen konnten.

Vom Bahnhof in Genf konnten wir direkt ohne Zeitverzögerung losstarten und wählten zielsicher den falschen Ausgang. Nach einigen Schwierigkeiten aus dem Schweizer Grenzort herauszukommen gelang es uns doch die Grenze zu überwinden und konnten unseren ersten französischen Berg bewältigen. Beim Anstieg auf einen kleinen Hügel überholte uns ein Französischer Rennradfahrer und hat mich irgend etwas auf französisch gefragt. Ich der ich dem französischen überhaupt nicht mächtig bin dachte mir er wolle wissen woher wir exotischen Packtaschen Fahrer kommen und ich antwortete "Autriche" Zuerst schaute er überrascht dann auf meine noch bleichen Wadeln dann ungläubig in mein Gesicht und zog an uns vorbei. Wir fuhren gemütlich weiter Richtung Annecy wo wir mit dem Zug weiter Richtung Grenobel fahren wollten. Nach einigem Suchen fanden wir den Bahnhof und dort fuhr uns der Zug dann vor der Nase davon. Wir ließen uns nicht entmutigen, suchten einen Supermarkt und machten am wunderschönen Lac d` Annecy Pause und genossen das wunderschöne Wetter. Leider genoß ich die Sonne ein bißchen zu viel und holte mir einen Sonnenbrand der mich die restliche Tour ständig begleiten sollte. Kurz nach 16 Uhr bestiegen wir dann den Zug Richtung Grenoble und waren überrascht wie einfach ein Radtransport im Zug sein kann. Am frühen Abend kamen wir in Grenoble an und fuhren noch gemütlich 20 Kilometer Richtung Vizille. Dort angekommen beschlossen wir aufgrund der schon vorgerückten Stunde auf ein warmes Essen zu verzichten und suchten gleich einen Campingplatz wo wir unseren Proviant essen konnten. Gestärkt vom Essen genossen wir noch einen kalten Radler und den warmen Wind, bevor wir uns in unser Luxuszelt schlafen legten.

Vizille - Col de Lautaret (2058m) - Briancon - l´Argentiere

 

Vizille - Col de Lautaret - Briancon - l´Argentiere

131,4 km 2000 hm
Vizille - Col de Lautaret Rad: 7.30 - 13.00 76,4 km 1900 hm
Col de Lautaret - Briancon Rad: 14.00 - 15.30 34 km 0hm
Briancon - l´Argentiere Rad: 18.00 -19.00 20 km 100 hm

 

Recht zeitig in der Früh brachen wir von Vizille auf um unseren ersten großen Col (Pass) zu bewältigen. Da ich noch nie zuvor einen ähnlichen Pass bezwungen hab war ich gespannt wie es mir und meinen Füssen dabei gehen würde. Noch im Morgengrauen fuhren wir auf der N91 einem kleinen Fluss entlang Richtung Rhone Alpes. Bei der Abzweigung Richtung Alp-d´Huez überlegten wir kurz ob wir die 13 Km mit 1300 hm quasi im "Vorbeifahren" mitnehmen sollten entschieden uns dann aber doch bei der geplanten Route direkt auf den Col de Lautaret zu bleiben. Ein Blick auf die typisch französischen Hotelburgen in Huez trübte ein wenig das sonst herrliche Panorama. Wir fuhren weiter auf der relativ stark befahrenen Strasse Richtung Le Freney d´Oisans. Auf der Abfahrt zum dortigen Stausee verloren wir wieder viele zuvor mühsam bewältigte Höhenmeter. Vom Stausees an ging es dann stetig mit einer durchschnittlichen geschätzten Steigungen von 4-8% dem Gipfel entgegen. Die letzten Kehren bis zum Col zogen sich zwar waren aber relativ gut zu fahren. Oben am Col kam aber zuerst nicht so das richtige "Col" Gefühl auf weil die Strasse noch weiter hinauf führte und weil auch das Umfeld (verschmutzt Strasse) nicht so ganz passten. Erst als wir von der Strasse abzweigten und zu einem Schneefeld fuhren von dem gerade einige Tourengeher herunterkamen und in dem wir unsern "Col Radler" einkühlen konnten waren wir restlos zufrieden!! Die Abfahrt auf der breit ausgebauten und wenig Kurvenreichen Strasse erwies sich gerade richtig für meine ersten Versuche jenseits der 60 km/h zu fahren. Mit ein bißchen mehr Mut und Erfahrung wäre bestimmt schon heute die magische 70 km/h Marke gefallen. In Briancon angekommen suchten wir zuerst die nach einem gemütlichen Restaurant um unsere leeren Mägen zu füllen. Zu unserer Überraschung war aber Niemand bereit die Küche für uns anzuwerfen und so schafften wir es nur zu einem warmen aber dafür geschmacklosen Sandwich der zwar den Magen ein bißchen füllte aber absolut nicht zu unserer Befriedigung kulinarischer Bedürfnisse beitrug. Nach der Schlappe griffen wir wieder zu altbewährtem und deckten uns im Supermarkt mit einer kleinen Jause ein die wir gemütlich am nächsten Campingplatz verzehren wollten. 3 km außerhalb von Brinacon war ein schöner aber leider geschlossener Campingplatz der aber leider nur für Wohnmobile geöffnet war. Wir überlegten kurz ob wir mit unserem schweren Gepäck (Jause und 6x1.5 liter Wasser) zurück nach Brinacon hinauf kämpfen, oder weiter nach l´Argentiere wo es angeblich einen offenen Campingplatz gab weiter sollten. Wir entschieden uns nicht zurückzufahren und waren nach einigen Steigungen in l´Argentiere wo wir auch tatsächlich einen offenen Campingplatz vorfanden. Zufrieden heute mehr Kilometer als geplant gemacht zu haben legten wir zufrieden unsere ausgepumpten und schmerzenden Körper zur Ruhe.

l´Argentiere - Col de Var (2109m) - Barcelonnette

 

l´Argentiere - Col de Var - Barcelonnette 73,1 km 1300 hm
l´Argentiere - Col de Var Rad: 8.30 - 13.00 35 km 1300 hm
Col de Var - Barcelonnette Rad: 14.00 - 15.30 34 km 0hm

 

Da heute eine "Erholungstour" auf dem Programm stand konnten wir uns beim aufstehen und Bananenfrühstück etwas mehr Zeit lassen. Die wunderschöne und kaum Befahrene Streck auf den Col de Vars war ein echter Genuß obwohl die durchschnittliche Steigung etwas höher war als am Vortag. Nach einer etwa 2 stündigen fahrt ohne von einem Auto überholt zu werden oder durch ein grösseres Dorf zu kommen erreichten wir Vars. Wer einen Französischen Schiort im Sommer kennt weiß was das bedeutet: Leere Hotelkomplexe, weit und breit kein Zeichen von Leben und vor allem kein offener Supermarkt oder Restaurant wo wir was zu essen bekommen hätten. Eine Stunde später jausneten wir wieder ganz alleine am Col de Vars unsere mitgebrachten Spezialitäten (Brot, Trockenwurst, Paprika, Bananen, Radler, Feigen). Die Abfahrt erwies sich landschaftlich wieder einmal mindestens genauso schön wie die Auffahrt. Auf der einer längeren Geraden überholten wir ein, uns zu langsam fahrendes Auto, und erreichten dabei die Höchstgeschwindigkeit von 71.5 km/h. Die restlichen Höhenmeter nach Barcelonnette bauten wir in gemütlicherem Tempo ab und erreichten in relativ gutem Zustand unser Tagesziel. Dort suchten wir zuerst einen Campingplatz den wir auch recht schnell fanden und beschlossen dann einmal etwas Warmes zu essen. Mit diesem Vorsatz radelten wir wieder Richtung Stadt und fanden auch tatsächlich ein Restaurant dass uns hungrigen Radfahren etwas zu essen gab. Wir aßen einen simplen Salat eine einfache aber immerhin warme Lasagne und ein wahrscheinlich am Vortag noch gut gewesnes Schokoladenomelette. Richtig übel wurde uns aber erst als wir zahlen wollten und jeder von uns 22€ liegen lassen musste. Wieder nicht restlos zufrieden mit unseren Kulinarischen Erfolgen fuhren wir zum Zelt zurück.

Barcelonnette - Col de la Cayolle (2326m)- Guillaumes - Puget-Theniers - Col de St Raphael (876) - Roquesteron

 

Barcelonnette - Col de la Cayolle - Guillaumes - Puget-Theniers - Col de St Raphael - Roquesteron 134,7 km 1800 hm
Barcelonnette - Col de la Cayolle Rad: 6.30 - 10.30 33 km 1300 hm
Col de la Cayolle - Puget-Theniers Rad: 11.00 - 14.30 75 km 0 hm
Puget-Theniers - Col de St Raphael - Roquesteron Rad: 15.30 - 18.30 26 km 500 hm

 

Da bis gestern alles so wunderbar geklappt hat, beschlossen wir von der geplanten Route abzuweichen und am heutigen Tag -wenn das Wetter weiter so schön bleiben sollte- ein paar Kilometer mehr zu fahren und die letzte Etappe nicht der Hauptstrasse entlang sondern durchs Hinterland Richtung Grasse zu nehmen. Aus diesem Grund beschlossen wir schon etwas früher aufzubrechen und waren bereits um 6.30 in den Sätteln und waren bereit, die 30 Km zum höchsten Punkt unserer Reise dem Col de Cayolle in Angriff zu nehmen. Zuerst fuhren wir ein enges Tal entlang auf der D 902 durch unberührte und fast menschenleere Gegenden. Am Ende des Tales begann der Anstieg durch den Parc National du Mercantour auf den Cayolle. Die einzigen Lebewesen, denen wir begegneten, waren ein paar Motorradfahrer, die Ranger und jede Menge Murmeltiere. Durch den gestrigen Wasserbedarf gewarnt, packten wir ca 6 Liter Wasser auf unsere Räder. Allerdings war durch unseren sehr zeitigen Aufbruch der Bedarf an Flüssigkeit relativ gering,und so konnten wir fast das gesamte Wasser wieder als Ballast vom Berg hinunter führen. Am Col wunderten wir uns, während wir unseren "Col Radler" tranken über einige Motorradfahrer, die es anscheinend so eilig hatten den nächsten Col zu erreichen, dass sie nicht einmal die Zeit fanden stehenzubleiben und die herrliche Aussicht bei dem wunderschönem Wetter zu genießen. Die weit über 60 km lange Abfahrt nach Entrevaux war eindeutig die schönste. die ich jemals erlebt habe. Der schönste Teil war entlang der Daluis- Schlucht auf einer Strasse, die wunderschön in roten Sandstein hineingebaut war. In einem kleinen Dörfchen, welches wir ungefähr zu Mittag erreichten, fanden wir ein Restaurant, das erstens offen hatte und zweitens ein Menü zu vernünftigen Preisen anbot. Schnell entschlossen setzten wir uns hinein und genossen das erste halbwegs gute Essen seit unserer Abreise aus Graz. Auf dieser Strecke erreichte wir ein Durschnittstempo von weit über 30 Km/h, was uns den nötigen Zeitpolster verschaffte, um noch den zweiten Col des Tages zu fahren. In Puget-Theniers tankten wir unser bis dahin doch schon aufgebrauchten Wasserflaschen an einem Brunnen auf und machten uns auf in Richtung Col de St Raphael. Auf halber Strecke dorthin bemerkte ich, daß ich meinen Fotoapparat im Tal liegen hab lassen und beschloß sofort wieder hinunter zu fahren in, der Hoffnung daß ich ihn wieder finde. Kaum bin ich wieder in der Stadt, winkt mir auch schon ein Camper Ehepaar zu und probiert mir irgendwas zu erklären. Das einzige, was ich verstanden habe war "camera fontain". Ich fuhr zum Brunnen und schaute mich um fand aber weit und breit nichts. Als ich der Post am Platz nach einer Camera "fragte" deutete er nur auf das benachbarte Hotel. wo ich dann auch tatsächlich meine Kamera wieder bekommen habe. Nach dieser Aufregung starteten wir jetzt ein zweites mal Richtung Col de St Raphael und erreichten nach einigen Mühen doch noch unseren letzten "Col" der Tour. Von dort fuhren wir noch die letzten Kilometer Richtung Roquesteron, wo wir campieren wollten. Aufgrund unserer körperlichen Verfassung dauerte es noch einige Zeit, bis wir tatsächlich todmüde und zu erschöpft zu duschen auch am Ziel waren.

Roquesteron - Coursegoules(1041) - Grasse - Mandelieu

 

Roquesteron - Coursegoules - Grasse - Mandelieu 94,5 km 1100 hm
Roquesteron - Coursegoules Rad: 7.00 - 10.30 35 km 900 hm
Coursegoules - Grasse Rad: 11.00 - 14.30 33,5 km 0 hm
Grasse - Mandelieu Rad: 15.30 - 18.30 26 km 0 hm

Die letzte Etappe unsere Anreise zum Hockeyturnier nach Cannes begannen wir auch recht zeitig, um möglichst früh unsere Kollegen am Strand zu treffen. Der Anstieg nach Coursegoules war recht gemütlich zu fahren durch die mittlerweile schon sehr mediterrane Landschaft. In Coursegoules nahmen wir ein kleines Frühstück zu uns und freuten uns schon auf die Abfahrt nach Grasse. Nach der kleinen Pause kam allerdings nur ein kurze Abfahrt und dann noch eine recht mühsame Steigung, die es auch noch zu bewältigen galt. Im Gegensatz zu den bisherigen Tagen merkte man, dass man schon in der N ähe von Cannes war und die (Neu)Reichen) ihre teuren Autos auf den Bergstrassen ausführten. Wir bewältigten aber auch diesen Hügel und hetzten dann einen Rennradfahrer nach Grasse hinunter bis sich unserer Wege teilten. Von jetzt an ging es endgültig nur mehr bergab und wir erreichten "unseren" Strand früher als erwartet. Zu unserem Erstaunen war keiner von den übrigen Hockeyspielern am Strand und so weihten wir als erste die Strandbar ein, bevor wir zu den Bungalows fuhren. Unsere ausgehungerten Mägen freuten sich schon auf eine Portion Spaghetti, aber unser Kollegen dachten nicht an uns und hatten nur eine kleine Jause eingekauft!!! Trotzdem freuten wir uns, unser Ziel erreicht zu haben und konnten auch die restlichen Tage genießen.